Hier werden Sie über Neuigkeiten, Forschungsergebnisse, Termine und Veranstaltungen aus der Arbeitsgemeinschaft Bezirksstempelaufdrucke informiert.

 

Aktuelles aus der Arbeitsgemeinschaft:

Die auf dem Titelblatt abgebildete 6 Pf-BHSt-Marke trägt die Aufdrucke:
41 Klingenthal Type b in roter – und 27 Zwota-Zechenbach in schwarzer Stempelfarbe. Sie ist mit dem bekannten Sonder-Werbestempel für die Musik-Instrumenten-Industrie in Klingenthal entwertet. Die Marke trägt das Prüfzeichen  Dr. Modry BPP und ist wohl ein Unikat.

Das Post Klingenthal zog zur Währungsreform die Bezirksstempel seiner Zweigpostämter 41 Brunndöbra, 27 Sachsenberg-Georgenthal und der Poststelle I 27 Zwota-Zechenbach ein und verwendete diese gleichzeitig zum Aufwerten der Wertzeichen aus den Gemeinschaftsausgaben. Am Postamt Klingenthal wurden so die vorhandenen Bezirksstempel gleichzeitig zur Herstellung des täglichen Bedarfs an neuen überstempelten Wertzeichen für die Postschalter eingesetzt. Besonders bei Marken in dunkler Urmarkenfarbe kam es so versehentlich bei mehreren Postämtern aus allen Bezirken in geringer Anzahl zu Doppeldrucken in verschiedenen Varianten. Diese sind für den Spezialisten unseres Sammelgebietes sehr von Interesse.

Im Zuge der Postgebietsreform, beginnend 1946, wurden die Postämter, ZwPÄ und Poststellen der ehemaligen OPD-41 Chemnitz der OPD-27 Leipzig zugeordnet und sukzessive mit den neuen Bezirksstempeln in lateinischer Schrift und der neuen Bezirkszahl 27 ausgestattet. Zunächst wurden vorrangig nach und nach die Bezirksstempel mit der alten Bezirkszahl 41 bei ZwPÄ und PSt. ausgetauscht.

Jörg Saizowa

Aufdrucke mit Westberliner Bezirkshandstempeln

 Dr. Julius Böheim, Konstanz

Von der sowjetischen Militärverwaltung war geplant, bei der Währungsreform am 24.6.1948 die neue DM Ost im ganzen Gebiet von Groß-Berlin als alleiniges Zahlungsmittel einzuführen. Die drei westlichen Besatzungsmächte erklärten jedoch, dass alle einseitigen Befehle der sowjetischen Militärverwaltung auf dem Gebiet der amerikanischen, britischen und französischen Sektoren von Berlin „null und nichtig“ sind. Damit war auch das KS-Telegramm Nr. 6 vom 23.6.48, welches die Herstellung der Bezirkshandstempelaufdruckmarken anordnete, in Westberlin nicht auszuführen. Aufdruckmarken mit Westberliner Bezirkshandstempeln sollte es daher eigentlich nicht geben.

Die Währungsreform begann in Westberlin erst am 25.6.48 mit der Ausgabe neuer eigener Geldscheine, es waren Banknoten der Westzonen, die mit einem zusätzlichen Stempel „B“ gekennzeichnet waren. An den Postschaltern wurden zunächst nur 8 Wertstufen mit dem Posthorn-Band- oder Netzaufdruck der Westzonen ausgegeben, die zuvor aus Braunschweig eingeflogen worden waren. Sendungen mit diesen Marken von Westberlin nach Ostberlin oder in die SBZ wurden als „unzulässig“ markiert und an den Absender zurückgeschickt, der Postkrieg begann.

Die einzig echten Aufdruckmarken mit Westberliner Bezirkshandstempel sind die Aufdrucke der Postellen Glienicke Ost und West. Diese Aufdrucke verdanken ihre Existenz einer geografischen Kuriosität. Diese Poststellen lagen außerhalb der Stadtgrenzen im Bezirk 36 und damit im Machtbereich der sowjetischen Militärverwaltung, daher konnten diese beiden Poststellen eigene Aufdrucke herstellen obwohl sie vom Westberliner Postamt Hermsdorf verwaltet wurden und daher die Bezirksnummer 3 und den Zusatz Berlin-Hermsdorf 1 im Stempel führten. Eine ausführliche Diskussion über die Poststellen Glienicke ist auch in ARGE-Rundbrief Nr. 140 zu finden. Zusätzlich zu den in Rundbrief Nr. 140 gezeigten Belegen sind inzwischen mindestens 3 weitere einwandfreie Bedarfsbriefe verschiedener Absender mit dem Aufdruck Glienicke Ost gefunden worden, die die einwandfreie Ausgabe dieser Aufdruckmarken bestätigen.

Abb. 1: Abschnitt eines Bedarfsbriefes in die SBZ, erste Aufgabe am 29.6.48 in Berlin-Hermsdorf frankiert mit 24 Pf Posthorn-Band-Aufdruck. Der Brief ging mit Stempeln „unzulässig zurück“ an den Absender zurück. Die Marke und die Stempel wurden mit Blaustift durchgestrichen und der Brief am 2.7.48 mit 3-er Streifen 8 Pf mit Aufdruck Berlin-Glienicke Ost nochmals aufgegeben.

Außer den Aufdrucken von Glienicke Ost und West gibt es jedoch noch eine Vielzahl von Aufdruckmarken mit Westberliner Bezirkshandstempeln, die bisher nirgendwo katalogisiert sind. Bei einer Prüfung werden diese Marken entweder als Fälschungen zum Schaden der Sammler oder in seltenen Fällen auch als Fälschungen zum Schaden der Post eingeordnet.

Wie in allen größeren Orten der SBZ wurden auch in Westberlin Bezirkshandstempelaufdrucke massenweise gefälscht, teils schon während der Kurszeit der Marken, teils auch in späterer Zeit, da die Stempelgeräte noch jahrelang bei den Postschaltern vorhanden waren. Mit Westberliner Stempelgeräten konnten durch teilweise Abdeckung der Postamtsziffern Ostberliner Handstempelmarken imitiert werden. Gefällige Postbeamte, die solche Aufdrucke gegen Trinkgeld oder „sonstige Bezahlungen“ herstellten, gab es auch in Westberlin. Leider gibt es von den Westberliner Bezirkshandstempeln keine Archivabschläge, sodass eine Zuordnung dieser meist nur teilabgedeckt vorkommenden Abschläge zu bestimmten Postämtern eine schwierige Puzzlearbeit ist. Vielfach sind diese Aufdrucke mit einem Entwertungsstempel des gleichen Postamtes gestempelt, daher können manche Zuordnungen anhand vorkommender Entwertungen vermutet werden. Aufdrucke mit vollständigen Postamtsziffern findet man nur selten, in diesen Fällen ist die Zuordnung eindeutig.

Bereits während der Kurszeit hergestellte Westberliner Bezirkshandstempel-marken konnten auch zur Frankatur zum Schaden der Post verwendet werden, da kein Postbeamter die Echtheit der Aufdrucke überprüfen konnte. In großen Mengen hergestellt hat der Briefmarkenhändler Wrona unter Mitwirkung von gefälligen Postbeamten echt gelaufene Briefe mit Aufdrucken Berlin 30, diese Briefe sollten daher nicht überbewertet werden und eher als Fälschungen zum Schaden der Sammler bezeichnet werden. Alle anderen zum Schaden der Post verwendeten Westberliner Aufdruckmarken sind sehr dagegen sehr selten und meiner Meinung nach hochwertig. Besonders hochwertig sind meiner Meinung Bedarfsbriefe von Westberlin nach Ostberlin oder in die SBZ, bei denen die Westberliner Bezirkshandstempelmarken anstelle von Posthornaufdruckmarken zur Umgehung des Postkrieges verwendet wurden.

Nachfolgend eine Übersicht über die vorkommenden Aufdrucke. Einige weitere nur in Einzelstücken vorliegende Aufdrucke, die zu keinem Amt zugeordnet werden konnten, wurden weggelassen. Dies ist eine Erstbearbeitung, die sicher noch nicht vollständig ist, Nachmeldungen sind daher willkommen. Eine ergänzte Aufstellung sollte dann in das ARGE-Handbuch Bezirk 3 aufgenommen werden, da in keinem der bisherigen Handbücher eine Katalogisierung der Westberliner Aufdruckfälschungen vorhanden ist.

Aufdruck Berlin 15 ?

blauschwarzer Aufdruck auf Ziffern und Markwerten zumeist auf bereits früher gebrauchten Marken. Es kommen auch Marken mit Entwertung BERLIN W 15 p (K-St.) vor, daher wird ein Ursprung beim Postamt Berlin W15 vermutet.

Aufdruck Berlin 20 (2 Typen)

Die erste Type (weite Schrift, Bruchstellen oben am „e“) ist häufig auf AS, Ziffern, Markwerten, Stephan ** und mit rückdatierter Entwertung BERLIN N 20 b (ZK-St.), die zweite Type mit enger Schrift ist selten auf einzelnen AS und Ziffernwerten **.

Bedarfs-R-Brief mit zum Schaden der Post verwendeten Aufdruck Berlin 20 (1.Type). Das in der Osloer Stroße gelegene Postamt Berlin N 20 konnte der Absender aus der Fehmarnerstraße auf seinem Weg zur S-Bahn Station Bornholmer Straße besuchen. Von dort konnte er direkt zur damaligen Endstation der S-Bahn-Linie nach Velten fahren. Er hat also die 84 Pf Marke vom Postamt 20 nach Velten mitgenommen und den Brief dort aufgegeben. Der Brief ist meiner Meinung nach zeitgerecht in die Poststelle II Schmargendorf über Angermünde gelaufen, rückseitig mit russischem Zensurstempel. Briefe, die in eine Postelle II gelaufen sind haben meist keine Ankunftstempel. Neben der Marke befindet sich die Signatur PFä Busse BPP.

Aufdruck Berlin 21

Der Aufdruck ist selten. In meiner Sammlung befinden sich 5 verschiedene Wertstufen der AS alle ideal zentrisch gestempelt mit der sonst echten Entwertung (1) BERLIN NW 21 d 26.6.48.-17 (ZK-St.) offensichtlich für einen Sammler hergestellt und alle rückseitig von Herrn Fläschendräger irrtümlich echt signiert.

Aufdruck Berlin 30

Für den Briefmarkenhändler Wrona wurden im PA Berlin W 30 massenweise Aufdrucke hergestellt auf AS, Ziffern, Markwerten, Stephan, HM, LM. Die Postamtsziffer wurde in der Regel abgedeckt, nur bei der abgebildeten 6 Pf Marke ist die vollständige Postamtsziffer vorhanden. Von 2.7.48 bis 7.7.48 hat Wrona mit diesen Marken in großen Mengen echt gelaufene Briefe hergestellt, Aufgabe zumeist in Berlin W 30, seltener in Borkheide. Die Briefe haben echte Ankunftstempel u.a. von Berlin 30, Berlin-Charlottenburg 9, Borkheide, Bremen, Bad Sulza, Zeulenroda.

Aufdruck Berlin 35 (2 Typen)

Beide Aufdrucktypen sind selten und nur auf wenigen gebrauchten Marken der AS vorhanden, die möglicherweise beim Postamt W35 zum Schaden der Post verwendet wurden.

Aufdruck Berlin 36 (2 Typen)

Die kleinere Type gibt es auf einzelnen Werten AS und Ziffern. Die größere Type ist nur auf Stephan und HM bekannt mit Entwertung BERLIN SO 36 n (K-St.).

Aufdruck Berlin 59 (2 Typen)

Beide Typen gibt es ** auf AS, Ziffern, Markwerten, HM, die zweite Type auch auf LM.

Aufdruck Berlin 61 ?

Der Aufdruck dessen Postamtsziffern stets abgedeckt sind, ähnelt der Type 17c von Berlin 66, die Aufdrucklänge ist jedoch kürzer. Der Aufdruck existiert zumeist ** auf AS. Aufgrund des abgebildeten Bedarfsbeleges mit Entwertung BERLIN SW61 g -8.7.48 9-10 (K-St.) wird vermutet, dass der Aufdruck vom Postamt SW61 stammen könnte. Der Absender aus der Mittenwalder Straße wohnte in der Nähe des Postamtes SW61 (Tempelhofer Ufer 1). Die linke Marke trägt den zum Schaden der Post verwendeten Aufdruck, die rechte Marke hat einen echten Aufdruck Berlin 7 Type 4f. Die Mischfrankatur von Aufdrucken aus Ost- und Westberlin auf einem in die SBZ gelaufenen Brief ist ein sehr seltenes Stück.

Aufdruck Berlin 65

Der Aufdruck existiert auf AS und Ziffernwerten ** und mit o BERLIN N65 ka -8.7.48. Da diese Entwertung vorwiegend auf Fälschungen bekannt ist, dürften alle Werte Fälschungen zum Schaden der Sammler sein.

Aufdruck Berlin 87 (2 Typen)

Bei der ersten Type hat „Berlin“ engere Schrift, diese Type existiert ** auf Markwerten und Stephan. Bei der zweiten Type hat „Berlin“ weitere Schrift, diese Type existiert ** auf einzelnen Ziffernwerten.

Aufdruck Berlin-Buckow West a

Dieser Aufdruck existiert auf AS mit 17-Werte Satzbriefen ohne Adresse aber mit falschen Ankunftstempeln von Berlin-Britz. 1 a.

Aufdruck Berlin-Dahlem

Die Zeichnung einer Aufdruckfälschung Berlin-D ist im ARGE-Archiv vorhanden, es ist aber derzeit keine Abbildung einer Aufdruckmarke vorhanden.


Aufdruck Berlin-Lichterfelde

Der Aufdruck existiert auf AS, Ziffern, Markwerten und Stephan **.

Aufdruck Berlin-Neukölln (2 Typen)

Die erste Type mit größerer Schrift gibt es auf AS und Ziffern ** und mit falschem o BERLIN-NEUKÖLLN 1 b. Die zweite Type gibt es auf AS ** und mit vermutlich rückdatiertem o BERLIN NO 18 m 28.6.48.-18

Aufdruck Berlin-Zehlendorf

Der schwarzviolette Aufdruck ist selten und liegt bisher nur auf 1 Marke vor.

Die „Alwin Schröder“-Fälschung

Der abgebildete Aufdruck mit abgedeckter Postamtsziffer wurde auf Alwin Schröder-Karten verwendet. Welches Postamt abgedeckt wurde ist nicht bekannt, aber es dürfte auch ein Westberliner Postamt gewesen sein. Die Ganzsache wurde von Herrn Fläschendräger irrtümlich echt signiert, Herr Ballschmidt hat sein „Überdruckfälschung Ball“ dazugestempelt.

 

 

 

 

 

 

Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung

Das jährliche Treffen 2020 findet vom 22.05 bis 24.05 in Halberstadt statt. ( fällt Aufgrund der aktuellen Lage aus)
Wir tagen im „Seminarhotel Halberstadt“ die Jahreshauptversammlung beginnt am 23.05 um 10Uhr.
Themen und Ablauf werden in den Rundbriefen bekannt gegeben.

Regionaltreffen

Regionaltreffen

Neben der JHV gibt es auch noch die Regionaltreffen  „Regionaltreffen West“  im Herbst und
Regionaltreffen Ost“ im Frühjahr und im Herbst.
Die Regionaltreffen finden meistens an verschiedenen Orten statt, die in den 3 mal im Jahr erscheinenden Rundbriefen und auf dieser Seite
bekanntgegeben werden.

Messepräsenz 2019

Messepräsenz 2019

Wir sind auch in diesem Jahr wieder auf folgenden Messen mit einem Stand vertreten:

06.Februar bis 08.März 2020 Internationale Briefmarken-Börse München
—Nicht vertreten—

14. bis 16.Mai 2020  Internationale Briefmarkenmesse Essen

24. bis 25. Oktober 2020 Briefmarkenmesse Berlin / NUMISMATIKA
—Nicht vertreten—

22. bis 24. Oktober 2020 Internationale Briefmarkenbörse Sindelfingen
—Nicht vertreten—

Forschungsergebnise

Forschungsergebnise

Der Vorschungsbeirat berät den Vorstand in allen Fragen der Forschung und grundlegender Fragen zum Sammelgebiet Bezirksstempelaufdruckmarken.
Der Forschungsbeirat beschäftigt sich mit der Erstellung von Richtlinien für das Handbuch und die Bewertung der Sammelstücke.
Er entscheidet in Streitfällen über Aufnahme oder Streichung von Aufdrucken oder Wertstufen.
Der Forschungsbeirat unterhält den Kontakt zur Michel Redaktion und macht Vorschläge zu Katalogbewertungen.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen