Hier werden Sie über Neuigkeiten, Forschungsergebnisse, Termine und Veranstaltungen aus der Arbeitsgemeinschaft Bezirksstempelaufdrucke informiert.

 

Aktuelles aus der Arbeitsgemeinschaft:

Telegrammdienst, Bezirkshandstempelmarken in der Verwendung zur Gebührenverrechnung

Jörg Saizowa, Treplin

Vor Jahren hatte ich schon einmal diese seltene Verwendungsform der Gebührenverrechnung  zur Zeit der Währungsreform 1948 in Rundbriefen vorgestellt und dabei Einlieferungsscheine und  einen Rentenausweis abgebildet.  In dem älteren Rundbrief Nr. 175 war zudem auch ein Telegramm mit BHSt-Marken verrechnet zu sehen. Nun waren zum Jahresende auf der Leipziger Briefmarkenauktion – nach 70 Jahren erstmalig auf Auktionen – gleich 2 Telegramme zur Versteigerung angeboten. Dabei war vorauszusehen, dass der jeweilige Ausrufpreis von 500 Euro pro Stück um ein Mehrfaches durch postgeschichtlich interessierte Sammler überboten wird und so war es dann am Ende auch bei Zuschlägen von 1500 Euro plus Aufgeld. Der reine Markenwert von 214 Euro-Michel (Abb.1) blieb dabei völlig unbeachtet.

Zum Historischen und Inhaltlichen des Posttelegrammverkehrs:Das Wort Telegramm kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet so viel wie „Fernschrift“. Es ist eine telegraphisch übermittelte Nachricht mit Hilfe von akustischer, optischer oder elektronischer Geräte. Das Telegramm wurde Ende 1890 erfunden und nahm ab 1900 seinen Siegeszug rund um die Welt auf. Es schließt die nachrichtliche Lücke zwischen Telefon und dem klassischen Brief. Die bis heute bestehende Kostenberechnung richtet sich nach der Länge des Telegramms und der Anzahl der Worte in der zu übermittelnden Nachricht. Bei der Kostenberechnung nach Anzahl der Worte wurden auch die Empfängerdaten wie Name, Ort, Straße mit aufgerechnet. Für Worte mit über 15 Buchstaben wurde und wird die doppelte Gebühr erhoben. Im Geschäftsverkehr war es schon um 1900 möglich und auch üblich, eine beim Telegrafenamt hinterlegte Telegrammadresse zu haben. Wenn ein Absender diese Adresse verwendete, musste er für das Telegramm nur die Wortgebühr der Nachricht bezahlen. Am Ziel-Postamt wurde der telegrafische Text quasi ausgedruckt, auf ein Benachrichtigungsblatt geklebt und binnen Stunden dem Empfänger per Boten zugestellt. Je länger das Telegrafieren auf Grund der Wortanzahl dauerte, desto teurer ist diese Post-Serviceleistung . 160 bis maximal 480 Buchstaben sind bei der Übermittlung möglich. Der Höhepunkt des Post-Telegrammverkehrs lag wohl in den 70-er und 80-er Jahren. In der heutigen Zeit hat die Inanspruchnahme des Telegrammdienstes durch zahlreiche andere moderne Möglichkeiten wie SMS, E-Mail usw. stark abgenommen. Heute werden fast nur noch, wenn überhaupt, Glückwunschtelegramme aufgegeben; hingegen habe einige Länder den Telegrammdienst  schon abgeschafft.

Nun wieder zu unserem Ausgangspunkt, dem Posttelegrammverkehr zum Zeitpunkt der Währungsreform in der SBZ. Schon kurzzeitig nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde der Telegrammdienst mit Genehmigung der sowjetischen Administration am 8. Oktober 1945 in Berlin und in der SBZ am 22 November 1945 wieder aufgenommen. Er unterlag, wie zeitweise auch der gesamte Postdienst, einer Zensur.

Die Telegrammgebühren betrugen zum Zeitpunkt der Währungsreform in der SBZ für ein gewöhnliches  Ortsverkehr-Telegramm  15 Pf.  und für ein Fernverkehr-Telegramm 20 Pf.  pro Wort. Für „dringend“ aufgegebene Telegramme wurde jeweils die doppelte Gebühr erhoben.

Beide Telegramme haben eine Formulargröße von 21 x 10 cm, während das im ArGe-Rundbrief  175 gezeigte Telegramm 21 x 20 cm ausweist und damit doppelt so breit ist. Alle 3 bisher bekannten Telegrammformulare aus der Währungsreformzeit haben jedoch die Gemeinsamkeit, dass sie aus Aue in der OPD 27 stammen.

Dienstanweisungen der Deutschen Post besagten, dass Postanweisungen, Zahlkarten, Paketkarten am Empfänger-Postamt erfasst und gesammelt werden mussten, während vom Absender aufgegebene Telegrammformulare mit den persönlichen Informationen beim Aufgabe-Postamt zu verbleiben hatten. Während postalisch abgearbeitete Postanweisungen, Zahlkarten, Paketkarten nach der Währungsreform unberechtigt , aber für uns glücklicherweise, in etlichen Exemplaren in Sammlerhand kamen, ist das bei Telegrammformularen nicht der Fall.

 

 

 

Abb. 1 zeigt ein gewöhnliches Telegramm im Fernverkehr von Aue. Es wurde am 2. Juli 1948 um 17.30 Uhr dort aufgegeben, über das Telegrafenamt Chemnitz am gleichen Tag weitergeleitet und sicherlich dann vom Empfängerpostamt Leipzig N22 dem Adressaten zugestellt. Da das Telegramm zusammen mit der Anschrift insgesamt 18 Worte enthielt, waren 3,60 M Gebühren fällig, die auf der Rückseite mit BHSt-Marken verklebt wurden.

 

Abb. 2
(Titelblatt des Auktionskataloges der 180. Leipziger Briefmarkenauktion) zeigt ein weiteres Telegramm im Fernverkehr aus Aue ebenfalls vom 2. Juli 1948 und nach Weixdorf gerichtet. Auf Grund einer Wortanzahl von 16 Wörtern war hier eine Gebühr von 3,20 M zu entrichten, die mit insgesamt 22 Stück BHSt-Marken auf der Telegrammrückseite verklebt wurde

Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung

Das jährliche Treffen 2020 findet vom 22.05 bis 24.05 in Halberstadt statt. ( fällt Aufgrund der aktuellen Lage aus)
Wir tagen im „Seminarhotel Halberstadt“ die Jahreshauptversammlung beginnt am 23.05 um 10Uhr.
Themen und Ablauf werden in den Rundbriefen bekannt gegeben.

Regionaltreffen

Regionaltreffen

Neben der JHV gibt es auch noch die Regionaltreffen  „Regionaltreffen West“  im Herbst und
Regionaltreffen Ost“ im Frühjahr und im Herbst.
Die Regionaltreffen finden meistens an verschiedenen Orten statt, die in den 3 mal im Jahr erscheinenden Rundbriefen und auf dieser Seite
bekanntgegeben werden.

Messepräsenz 2019

Messepräsenz 2019

Wir sind auch in diesem Jahr wieder auf folgenden Messen mit einem Stand vertreten:

06.Februar bis 08.März 2020 Internationale Briefmarken-Börse München
—Nicht vertreten—

14. bis 16.Mai 2020  Internationale Briefmarkenmesse Essen

24. bis 25. Oktober 2020 Briefmarkenmesse Berlin / NUMISMATIKA
—Nicht vertreten—

22. bis 24. Oktober 2020 Internationale Briefmarkenbörse Sindelfingen
—Nicht vertreten—

Forschungsergebnise

Forschungsergebnise

Der Vorschungsbeirat berät den Vorstand in allen Fragen der Forschung und grundlegender Fragen zum Sammelgebiet Bezirksstempelaufdruckmarken.
Der Forschungsbeirat beschäftigt sich mit der Erstellung von Richtlinien für das Handbuch und die Bewertung der Sammelstücke.
Er entscheidet in Streitfällen über Aufnahme oder Streichung von Aufdrucken oder Wertstufen.
Der Forschungsbeirat unterhält den Kontakt zur Michel Redaktion und macht Vorschläge zu Katalogbewertungen.

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